Die Tiroler Kaiserjäger zählten zu den elitärsten Infanterietruppen der k.u.k. Armee. Von 1815 bis 1918 prägten sie – überwiegend aus Tirol und Vorarlberg, und damit auch aus dem Außerfern, rekrutiert – die Militärgeschichte der Habsburgermonarchie. Ihre besondere Stärke lag in der regionalen Verwurzelung, hoher Disziplin und ihrer herausragenden Eignung für den Gebirgskrieg.
Hervorgegangen aus den Erfahrungen der Napoleonischen Kriege und der Tiroler Freiheitskämpfe, wurden die Kaiserjäger als reguläre militärische Formation etabliert. Sie standen in nahezu allen großen Konflikten des 19. Jahrhunderts im Einsatz und bewährten sich im Ersten Weltkrieg unter extremsten Bedingungen an der Alpenfront.
Doch die Geschichte der Tiroler Kaiserjäger endet nicht mit der Auflösung der Armee im Jahr 1918. Über ihre militärische Rolle hinaus entwickelten sie ein starkes Selbstverständnis – geprägt von Treue, Kameradschaft und enger Verbundenheit zur Heimat. Bis heute wirken ihre Tradition )und Erinnerung als bedeutender Teil der Tiroler Geschichts‑ und Identitätskultur fort.
In seinem Vortrag zeichnet Erich Printschler diesen Weg nach: von der Entstehung und den militärischen Einsätzen der Tiroler Kaiserjäger über ihr besonderes Selbstverständnis bis hin zur Frage, warum ihre Tradition auch mehr als ein Jahrhundert später nichts von ihrer Bedeutung verloren hat – gerade in einer Zeit, in der sich militärische Ereignisse und internationale Konflikte zuspitzen.