50 Jahre Museumsverein

Eröffnung der Jubiläumsausstellung

Mit einer persönlichen und zugleich launigen Ansprache eröffnete Obmann Ernst Hornstein im Museum im Grünen Haus die neue Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen des Museumsvereins Reutte. Er erinnerte daran, dass die zentralen Aufgaben des Vereins – Sammeln, Forschen und Ausstellen – die Grundlage der Schau bilden und im ganzen Haus anhand ausgewählter Objekte, Texte und Bilder nachvollziehbar werden. Die Ausstellung wurde von Hornstein selbst kuratiert, unterstützt vom gesamten Vorstand, und kommt ohne öffentliche Förderungen aus; finanziert wird sie ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und ehrenamtliche Arbeit.

Zu Beginn seiner Rede begrüßte Hornstein die Vertreter der Marktgemeinde Reutte, die zahlreich erschienenen Mitglieder, Ehrenmitglied und Gründungsmitglied Richard sowie Delegationen befreundeter Museen. Er betonte den engen Schulterschluss mit der Gemeinde, da viele Aktivitäten des Vereins direkt dem Museum und damit der Marktgemeinde zugutekommen und das Haus heute zu den bekannten und aktiven Museen in Tirol zähle – trotz vergleichsweise sehr kleiner Budgets. Mit einem Augenzwinkern verwies er darauf, dass im Landesmuseum mitunter eine Vitrine mehr koste als im Grünen Haus eine ganze Ausstellung, die Qualität der hiesigen Projekte aber trotzdem überzeugen könne.

Die beiden Obmann-Stellvertreter Klaus Wankmiller und Alexandra Posch spannten anschließend einen weiten Bogen von den historischen Wurzeln der Museums- und Geschichtsvereine bis zur aktuellen Arbeit des Museumsvereins Reutte. Wankmiller erinnerte daran, dass historische Vereine im 19. Jahrhundert im Umfeld sich formierender Nationalstaaten entstanden und nannte als frühen Impulsgeber den bayerischen König Ludwig I., bevor er zur Entwicklung in Reutte überleitete – von frühen, gescheiterten Anläufen über eine Sammlung im ehemaligen EW-Gebäude bis zum eigentlichen Startschuss 1975 und zu prägenden Persönlichkeiten wie Thomas Wolf, Theo Ammann und Anni, die den heutigen Obmann Ernst Hornstein als Nachfolger aufbaute. Zudem stellte er das Grüne Haus als seit 1989 mehrfach umgestaltete Heimat des Museums vor und unterstrich, wie wichtig es sei, historische Inhalte zeitgemäß aufzubereiten, um auch jüngere Zielgruppen anzusprechen.

Alexandra Posch stellte die familien- und kinderfreundliche Seite des Museums in den Mittelpunkt. Sie berichtete von den gehäkelten Museumsmäusen, die sich aus einer Handarbeitsausstellung heraus zum Maskottchen entwickelt haben und Kinder durch die Ausstellungen begleiten, indem sie auf Rätselstationen aufmerksam machen und jeweils passend zum Thema „verkleidet“ sind. Diese „Mäuserallye“, neue Vermittlungsformate mit einer Kindergartenpädagogin im Team sowie bildstarke Inszenierungen sollen sicherstellen, dass sich Familien im Museum besonders wohlfühlen.

Darüber hinaus strich Wankmiller die kulturelle Breite des Vereins hervor, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde und mit der „Museumsmusik“ eine eigene Musikformation besitzt. Genannt wurden musikalisch gestaltete Ausstellungseröffnungen, die jährliche weihnachtliche Volksmusik am 5. Jänner sowie außergewöhnliche Projekte wie die Wiederaufführung alter Messen mit Projektchor und -orchester. Posch ergänzte, dass mit der vom Verein geführten Stadtbibliothek Reutte ein weiterer wichtiger Pfeiler für Bildung und Kultur entstanden sei, der mit vielfältigen Veranstaltungen und einem wachsenden Leserstamm alle Generationen anspricht.

Zum Abschluss verwies Wankmiller auf die verlegerische Tätigkeit des Museumsvereins mit seinem Jahrbuch, dessen 19. Ausgabe vorliegt und das heimatkundliche wie wissenschaftliche Beiträge aus dem Außerfern bündelt. Diese Publikationen und die Sammlungen des Hauses sollen, so die Hoffnung der Vereinsverantwortlichen, in 50 oder 100 Jahren ebenso als bleibende Zeugnisse der Arbeit dienen wie zahlreiche Bilder und Objekte der Jubiläumsschau. Die Gemeinderäte Daniela Rief und Robert Pacher würdigten in ihren Grußworten die Arbeit des Museumsvereins und seine Bedeutung für die Marktgemeinde Reutte, bevor das zahlreich erschienene Publikum eingeladen wurde, die Ausstellung zu erkunden und sich von Obmann und Vorstand zusätzliche Geschichten zu den Exponaten erzählen zu lassen.

Ort: Museum im Grünen Haus, Reutte

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